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Touchscreen EMV-Störungen beheben: Lösungen gegen EMI, ESD und Ghost Touch

By everglorymonitor August 25th, 2026 7 views

Touchscreen EMV-Störungen beheben: Lösungen gegen EMI, ESD und Ghost Touch

Elektromagnetische Störungen können bei einem PCAP-Touchscreen unbeabsichtigte Berührungen, springende Koordinaten, kurzzeitige Aussetzer, verzögerte Eingaben oder einen Neustart des Touchcontrollers verursachen. Die Ursache liegt häufig nicht ausschließlich im Touchpanel. Stromversorgung, Erdung, Metallgehäuse, LCD-Backlight, Kabel, Motoren, Frequenzumrichter und das kundenseitige Steuerungssystem bilden gemeinsam die elektromagnetische Umgebung.

Eine belastbare Lösung folgt deshalb dem Prinzip Störquelle identifizieren, Kopplungspfad reduzieren und empfindliches Touchsystem härten. Einzelne Maßnahmen wie ein zusätzlicher Ferrit, eine höhere Filterstufe oder eine neue Firmware sollten nicht ohne Messung und Vergleichstest eingesetzt werden.

Was bedeutet EMI beziehungsweise EMV bei einem Touchscreen?

EMI steht für Electromagnetic Interference, also elektromagnetische Beeinflussung. EMV bezeichnet die elektromagnetische Verträglichkeit eines Geräts: Es soll in seiner vorgesehenen Umgebung funktionieren, ohne andere Geräte unzulässig zu stören und ohne durch vorhandene Störungen seine bestimmungsgemäße Funktion zu verlieren.

Ein projiziert-kapazitiver Touchscreen misst sehr kleine Änderungen im elektrischen Feld zwischen Sensorelektroden und Benutzer. Störsignale, die über Stromversorgung, Masse, Kabel, Metallrahmen oder das elektromagnetische Feld einkoppeln, können vom Touchcontroller als Berührung interpretiert werden.

Typische Fehlerbilder sind:

  • zufällige Touchpunkte ohne Benutzerkontakt;
  • springende oder wandernde Koordinaten;
  • mehrere gleichzeitig erkannte Berührungen;
  • Touchaussetzer beim Start eines Motors;
  • Fehlbedienung beim Schalten eines Relais;
  • Störungen nur bei angeschlossenem Netzteil;
  • Fehler erst nach dem Einbau in ein Metallgehäuse;
  • Touchcontroller verliert kurzzeitig die USB- oder I²C-Verbindung;
  • Neustart nach ESD-Entladung;
  • dauerhafte Fehlfunktion nach elektrischer Beschädigung.

Störquelle, Kopplungspfad und empfindliches System

Eine EMV-Analyse lässt sich in drei Teile gliedern:

Element Funktion im Fehlerbild Typische Beispiele
Störquelle Erzeugt elektrische oder elektromagnetische Energie Frequenzumrichter, Motor, Relais, Schaltnetzteil, Funkmodul, LED-Treiber
Kopplungspfad Überträgt die Störung zum Touchsystem Versorgungsleitung, USB-Kabel, FPC, gemeinsame Masse, Strahlung, kapazitive Kopplung
Empfänger Reagiert empfindlich auf die eingekoppelte Störung PCAP-Sensor, Touchcontroller, Kommunikationsschnittstelle, Host-PC

Eine wirksame Lösung kann an allen drei Stellen ansetzen. Nur den Touchcontroller auszutauschen, ohne die Störquelle und den Übertragungsweg zu prüfen, führt häufig zu wiederkehrenden Problemen.

Die wichtigsten Störungsarten

Leitungsgebundene Störungen über die Stromversorgung

Schaltnetzteile, DC/DC-Wandler, LED-Backlight-Treiber und Motorsteuerungen können Ripple, Schaltspitzen oder Gleichtaktstörungen in die Versorgung einbringen. Die Störung gelangt über VCC, GND oder die Verbindung zum Host-System zum Touchcontroller.

Ein typisches Anzeichen ist, dass der Touchscreen mit einer isolierten Laborversorgung korrekt funktioniert, mit dem späteren Gerätenetzteil jedoch Fehlberührungen erzeugt.

Leitungsgebundene RF-Störungen

Hochfrequente Energie kann über Strom-, Signal- oder Erdleitungen in das Gerät einkoppeln. Die IEC 61000-4-6 beschreibt eine reproduzierbare Prüfung gegen leitungsgeführte Störungen, die durch RF-Felder induziert werden.

Lange Kabel, unklare Schirmanschlüsse oder eine ungünstige Verbindung zwischen Schutzleiter, Gehäuse und Funktionsmasse können die Kopplung verstärken.

Abgestrahlte elektromagnetische Felder

Funkgeräte, Mobilfunkmodule, Induktionssysteme, Frequenzumrichter und andere hochfrequente Quellen können Störungen über das elektrische oder magnetische Feld einkoppeln. FPC-Leitungen, ungeschirmte Kabel und großflächige Sensorelektroden können dabei als Empfangsstrukturen wirken.

Electrical Fast Transient/Burst

EFT beziehungsweise Burst entsteht häufig beim Schalten induktiver Lasten, Relais, Schütze, Magnetventile oder Motoren. Die schnellen Impulsfolgen können über Versorgungs-, Signal-, Steuer- und Erdanschlüsse in das Gerät gelangen.

Typische Auswirkungen sind kurzzeitige Touchaussetzer, Controller-Reset, Kommunikationsfehler oder zufällige Koordinaten während des Schaltvorgangs.

Elektrostatische Entladung

Bei ESD wird elektrische Ladung von einer Person oder einem Gegenstand auf das Gerät entladen. Die Entladung kann direkt auf das Deckglas, den Metallrahmen, einen Anschluss oder ein benachbartes leitfähiges Teil erfolgen.

ESD kann eine vorübergehende Funktionsstörung, einen Controller-Reset oder bei unzureichendem Schutz eine dauerhafte Beschädigung verursachen. Die Prüfung muss am vollständigen Gerät mit dem vorgesehenen Deckglas, Rahmen, Gehäuse und Kabelaufbau erfolgen.

Interne Störungen durch LCD und Backlight

Die Störquelle kann sich innerhalb des Touchdisplays befinden. Mögliche Quellen sind:

  • LED-Backlight-Treiber;
  • LCD-Timing-Controller;
  • DC/DC-Wandler auf dem Displayboard;
  • LVDS- oder eDP-Signale;
  • ungünstige FPC-Überlagerung;
  • PWM-Dimmung des Backlights;
  • gemeinsame Stromversorgung von LCD und Touchcontroller.

Wenn die Touchstörung nur bei eingeschaltetem Backlight oder bei einer bestimmten Helligkeitsstufe auftritt, sollten Backlight-Treiber, PWM-Frequenz, Stromversorgung und FPC-Anordnung geprüft werden.

Fehlerbild zur Ursache zuordnen

Beobachtung Prioritär zu prüfen
Fehlberührungen nur mit Seriennetzteil Versorgungsqualität, Gleichtaktstörung, Masse und Filterung
Fehler beim Start eines Motors EFT, Versorgungseinbruch, Kabelkopplung und Erdung
Fehler beim Schalten eines Relais Induktive Last, Freilaufpfad, Snubber und Leitungsführung
Touch funktioniert außerhalb des Gehäuses Metallrahmen, Einbaudruck, Schirmung und Masseverbindung
Fehler nur bei hoher Backlight-Helligkeit LED-Treiber, PWM, Versorgung und thermische Belastung
Fehler in einem festen Randbereich Metallabstand, Glasbedruckung, Klebstoff, Sensor oder mechanische Spannung
USB-Verbindung wird unterbrochen USB-Kabel, Schirmanschluss, ESD-Schutz, Versorgung und Host-Port
Neustart nach ESD Entladepfad, TVS-Schutz, Reset-Schaltung, Gehäuse und Schnittstellen
Fehler nur mit bestimmtem Betriebssystem Treiber, USB-HID-Verarbeitung und Softwareereignisse

Lösungsstrategie 1: Störungen an der Quelle reduzieren

Die wirksamste Maßnahme ist häufig, die Störenergie bereits an ihrer Quelle zu reduzieren. Dies liegt teilweise außerhalb des Touchmonitors und muss vom Hersteller des vollständigen Geräts umgesetzt werden.

Mögliche Maßnahmen sind:

  • geeignete Freilaufbeschaltung für induktive Lasten;
  • Snubber oder Schutzbeschaltung an Relais und Schützen;
  • EMV-gerechter Frequenzumrichter und Motoranschluss;
  • Filterung am Ein- und Ausgang von Schaltnetzteilen;
  • kurze Stromschleifen und geeignete Leiterplattenführung;
  • räumliche Trennung von Leistungselektronik und Touchsystem;
  • Anpassung der Schaltfrequenz, sofern systemseitig möglich;
  • ordnungsgemäße Schirmanbindung von Motor- und Leistungskabeln.

Eine Touch-Firmware kann eine starke Störung aus einem ungeeigneten Schaltnetzteil oder einer nicht entstörten induktiven Last nicht vollständig kompensieren.

Lösungsstrategie 2: Stromversorgung des Touchsystems stabilisieren

Touchcontroller und Displayelektronik sollten eine ausreichend saubere und stabile Versorgung erhalten. Je nach gemessener Störung können separate Spannungsregelung, Entkopplung, Gleichtaktfilter oder lokale Filterkomponenten sinnvoll sein.

Zu prüfen sind:

  • Ripple und Transienten direkt am Touchcontroller;
  • Spannungseinbruch bei Lastwechsel;
  • gemeinsame Versorgung mit Motor, Drucker oder Backlight;
  • Position und Rückstrompfad der Entkopplungskondensatoren;
  • Gleichtakt- und Gegentaktanteil der Störung;
  • Leitungsimpedanz zwischen Netzteil und Display;
  • Verbindung zwischen Funktionsmasse und Gehäuse.

Ferritperlen, Gleichtaktdrosseln oder zusätzliche Kondensatoren dürfen nicht pauschal eingesetzt werden. Falsche Werte oder Positionen können Einschaltverhalten, Signalqualität oder Schutzwirkung verschlechtern.

Lösungsstrategie 3: Erdung und Schirmung als System auslegen

Für Touchscreens gibt es keine universelle Regel, dass immer eine Einpunkt-Erdung verwendet werden muss. Eine Verbindung, die für niederfrequente Ströme geeignet ist, kann bei hohen Frequenzen durch ihre Leitungsinduktivität unwirksam werden.

Die Konstruktion sollte zwischen folgenden Potenzialen unterscheiden:

  • Schutzleiter beziehungsweise PE;
  • Metallgehäuse oder Chassis;
  • Versorgungsmasse;
  • Touchcontroller-Masse;
  • USB-Schirm;
  • LCD- und Backlight-Masse;
  • kundenseitiger Host-PC.

Ziel ist ein definierter Rückstrom- und Entladepfad. Leitfähige Flächen dürfen nicht unbeabsichtigt floating bleiben, da sie Störungen kapazitiv aufnehmen und an den Touchsensor koppeln können.

Metallische Abschirmung

Ein Metallblech oder eine leitfähige Schicht kann das Touchsystem gegen bestimmte elektrische Felder abschirmen. Die Wirkung hängt von Material, Frequenz, Geometrie, Öffnungen und der Verbindung zum Referenzpotenzial ab.

Eine Abschirmung kann gleichzeitig die parasitäre Kapazität des Sensors erhöhen und die Touch-Empfindlichkeit reduzieren. Abstand, Fläche und Erdungsverbindung müssen daher zusammen mit dem PCAP-Sensor ausgelegt werden.

Lösungsstrategie 4: Kabel, FPC und Schnittstellen optimieren

Kabel und FPCs stellen häufig den entscheidenden Kopplungspfad dar. Bei der Integration sollten folgende Punkte geprüft werden:

  • Touch-FPC so kurz wie technisch möglich;
  • Abstand zu LED-Treiber, Induktivitäten und Hochstromleitungen;
  • keine parallele Führung zu Motor- oder Relaisleitungen;
  • geeignete Impedanz und Abschirmung für USB oder andere Schnittstellen;
  • definierte Schirmanbindung am Gehäuse;
  • Zugentlastung und sichere Steckverbindung;
  • keine losen oder großflächigen floating Metallteile;
  • geeignete ESD-Schutzbauteile mit ausreichender Signalverträglichkeit.

Bei USB muss ein Schutzbauteil neben der ESD-Festigkeit auch zur Datenrate und zulässigen Leitungskapazität passen. Ein ungeeignetes TVS-Bauteil kann die Signalqualität verschlechtern.

Lösungsstrategie 5: Sensor- und Leiterplattendesign härten

Das Design von Sensor, Elektroden und Touchcontroller-Platine beeinflusst die Störfestigkeit erheblich. Projektbezogene Maßnahmen können umfassen:

  • Optimierung von Tx- und Rx-Elektroden;
  • Anpassung von Sensorabstand und Elektrodengeometrie;
  • geeignete Ground-Pour- oder Shield-Strukturen;
  • kurze Empfangsleitungen;
  • saubere Trennung von Touch- und Leistungselektronik;
  • lokale Entkopplung am Controller;
  • Serienwiderstände oder RC-Filter nach Controller-Empfehlung;
  • niedrigkapazitive TVS-Dioden an externen Schnittstellen;
  • definierte Rückstrompfade auf der Leiterplatte.

Eine „antistörende ITO-Beschichtung“ allein ist keine nachvollziehbare EMV-Spezifikation. Entscheidend sind Elektrodengeometrie, Sensorstack, Controller, Layout, Referenzmasse und das vollständige Gerätesystem.

Lösungsstrategie 6: Touch-Firmware anhand von Rohdaten abstimmen

Moderne Touchcontroller können Funktionen wie Frequenzwechsel, digitale Filterung, Baseline-Verfolgung, Rauschdetektion und dynamische Schwellenwerte unterstützen. Welche Funktionen verfügbar sind, hängt vom ausgewählten Controller ab.

Eine Firmware-Abstimmung sollte nicht ausschließlich durch subjektives Tippen erfolgen. Erforderlich sind Rohdaten aus unterschiedlichen Betriebszuständen:

  • kein Benutzerkontakt und alle Lasten ausgeschaltet;
  • Motor oder Frequenzumrichter in Betrieb;
  • Relais- und Ventilschaltung;
  • maximale Backlight-Helligkeit;
  • Funkmodule aktiv;
  • Handschuhbedienung;
  • nasse oder verschmutzte Oberfläche, sofern relevant;
  • minimal und maximal vorgesehene Temperatur.

Zu starke Filterung kann zwar Fehlberührungen reduzieren, gleichzeitig aber Reaktionszeit, Handschuhbedienung oder schnelle Gesten beeinträchtigen. Die Abstimmung muss deshalb anhand definierter Akzeptanzkriterien erfolgen.

Lösungsstrategie 7: Frontglas und Einbaustruktur berücksichtigen

EMV-Probleme treten häufig erst nach dem Einbau auf. Metallrahmen, leitfähige Dichtung, Klebstoff, Schrauben und Einbaudruck verändern das elektrische Feld des PCAP-Sensors.

Es gibt keinen universellen Mindestabstand von 0,5 mm, der für alle Sensoren und Gehäuse funktioniert. Erforderliche Abstände hängen von Sensorgeometrie, Glasstärke, Metallfläche, Controller und Touchziel ab.

Vor der Serienfreigabe sollte mit folgenden finalen Komponenten getestet werden:

  • serienmäßiges Deckglas;
  • endgültige Glasbedruckung;
  • Metallrahmen und Schrauben;
  • Dichtung und leitfähige Materialien;
  • LCD und Backlight;
  • serienmäßiges Netzteil;
  • Host-PC und Schnittstellenkabel;
  • vollständiges Gerätegehäuse.

Welche IEC-Prüfungen sind relevant?

Die IEC-61000-4-Reihe enthält grundlegende Prüf- und Messverfahren. Die anzuwendenden Prüfpegel und Bewertungskriterien werden jedoch durch die relevante Produktnorm, den Zielmarkt und die Einsatzumgebung festgelegt.

Prüfung Norm Relevanz für Touchsysteme
Elektrostatische Entladung IEC 61000-4-2:2025 Entladung auf Glas, Metallrahmen, Anschlüsse und benachbarte Teile
Abgestrahlte RF-Felder IEC 61000-4-3:2020 Störfestigkeit gegenüber elektromagnetischen RF-Feldern
EFT/Burst IEC 61000-4-4:2012 Schnelle Transienten auf Versorgungs-, Signal- und Steuerleitungen
Leitungsgeführte RF-Störungen IEC 61000-4-6:2023 Eingekoppelte RF-Störung über Kabel und Leitungen

Das Bestehen einer Prüfung mit einem Touchmodul allein bedeutet nicht automatisch, dass das vollständige Kundengerät die gleiche Prüfung besteht. Gehäuse, Netzteil, Kabel, Erdung, Host-PC und Betriebsmodus verändern das Ergebnis.

Funktionale Bewertung während der Prüfung

Ein Prüfbericht sollte nicht nur festhalten, ob das Gerät nach dem Test noch eingeschaltet ist. Für ein Touchsystem müssen funktionale Kriterien definiert werden, beispielsweise:

  • keine unbeabsichtigten Touchkoordinaten;
  • keine unzulässige Koordinatenabweichung;
  • keine unerwartete Mehrfachberührung;
  • kein Verlust der USB- oder I²C-Verbindung;
  • kein nicht zulässiger Controller-Reset;
  • Wiederherstellung innerhalb des definierten Zeitraums;
  • keine dauerhafte Beschädigung;
  • erforderliche Finger- und Handschuhbedienung bleibt erhalten.

Welche zeitweise Beeinträchtigung zulässig ist, hängt von der Produktnorm und der Sicherheitsrelevanz der Bedienfunktion ab.

Systematischer Entwicklungs- und Prüfablauf

  1. Anwendung definieren: Gerät, Umgebung, Bedienart und Zielmarkt erfassen.
  2. Störquellen aufnehmen: Motoren, Inverter, Relais, Funkmodule, Netzteile und Backlight dokumentieren.
  3. Fehler reproduzieren: Zeitpunkt, Betriebszustand und Koordinatendaten protokollieren.
  4. Variablen isolieren: Netzteil, Host, Backlight, Gehäuse und externe Lasten einzeln vergleichen.
  5. Rohdaten messen: Baseline, Noise, Touchsignal und Kommunikationsstatus erfassen.
  6. Hardware anpassen: Versorgung, Layout, Schirmung, Schutz und Kabel optimieren.
  7. Firmware abstimmen: Frequenz, Filter, Schwelle und Baseline anhand der Messdaten einstellen.
  8. Endgerät testen: Prüfung im vollständigen Gehäuse mit serienmäßigen Komponenten durchführen.
  9. BOM fixieren: Controller, Sensor, Glas, Kabel und Schutzkomponenten dokumentieren.
  10. Produktion überwachen: relevante elektrische und funktionale Prüfungen in den Produktionsprozess übernehmen.

Anwendungsspezifische Schwerpunkte

Maschinensteuerung und industrielle HMI

Frequenzumrichter, Servoantriebe, Schütze und Magnetventile sind typische Störquellen. Entscheidend sind Kabeltrennung, Erdung, Entstörung induktiver Lasten und die Prüfung bei aktiver Maschine.

Outdoor- und Selbstbedienungsterminals

Lange Kabel, unterschiedliche Netzteile, Metallgehäuse und öffentlich zugängliche Glasflächen erhöhen die Bedeutung von ESD-Schutz, Schirmanbindung und frontseitigem Entladepfad.

Fahrzeug- und mobile Arbeitsmaschinen

Generator, Starter, Magnetventile, Funkgeräte und Bordnetztransienten erfordern eine an das Fahrzeug angepasste Stromversorgung. Ein für stationäre Industrieanlagen entwickelter Monitor ist nicht automatisch für ein Fahrzeugnetz geeignet.

Medizinische Geräte

Touchstabilität muss zusammen mit Risikomanagement, Bedienfunktion und der für das Endgerät geltenden Norm bewertet werden. Eine allgemeine IEC-61000-4-Prüfung ersetzt keine medizinproduktspezifische Konformitätsbewertung.

Welche Projektdaten benötigt Ever Glory?

  • Gerätetyp und Anwendung;
  • Touchscreen-Größe und vorhandener Controller;
  • Deckglaszeichnung und Glasstärke;
  • Metallrahmen und vollständige Einbauzeichnung;
  • Netzteil- und Erdungskonzept;
  • Host-PC und Betriebssystem;
  • Touchschnittstelle und Kabellänge;
  • Position von Motoren, Invertern, Relais und Funkmodulen;
  • Fehlerbeschreibung, Video und Reproduktionsbedingungen;
  • vorhandene Rohdaten oder Prüfberichte;
  • benötigte IEC-Prüfungen, Pegel und Funktionskriterien;
  • Musterstückzahl, Jahresbedarf und Projektzeitplan.

Unterstützung durch Ever Glory

Ever Glory entwickelt projektbezogene PCAP-Touchdisplay-Lösungen für Gerätehersteller und Systemintegratoren. Die technische Bewertung kann Touchsensor, Controller, Deckglas, Firmware, Kabel, Erdung, Schnittstellenschutz und mechanische Integration umfassen.

Mögliche Leistungen sind:

  • Analyse von Fehlerbild und Reproduktionsbedingungen;
  • Auswahl eines geeigneten PCAP-Controllers;
  • Anpassung von Sensor und Deckglas;
  • Touch-Firmware-Abstimmung anhand von Rohdaten;
  • Bewertung von Kabel, Schirmung und Schnittstellenschutz;
  • Unterstützung bei Geräteintegration und Musterprüfung;
  • projektbezogene Vorprüfung vor dem externen EMV-Labor;
  • kontrollierte BOM für wiederkehrende Serienfertigung.

Häufig gestellte Fragen

Warum reagiert ein Touchscreen von selbst?

Unbeabsichtigte Touchpunkte können durch Stromversorgungsrauschen, Erdungsprobleme, RF-Felder, EFT, ESD, Wasser, Metallrahmen oder ungeeignete Firmware entstehen. Die Ursache muss anhand des konkreten Auslösezeitpunkts eingegrenzt werden.

Kann ein schlechtes Netzteil Ghost Touch verursachen?

Ja. Leitungsgebundene Störungen oder ein instabiles Massepotenzial können die Messung des PCAP-Controllers beeinflussen. Ein Vergleich mit einer bekannten stabilen Versorgung hilft bei der Diagnose.

Reicht eine Metallabschirmung zur Lösung?

Nicht immer. Eine Abschirmung muss passend verbunden und geometrisch ausgelegt werden. Sie kann außerdem die parasitäre Kapazität erhöhen und die Touch-Empfindlichkeit reduzieren.

Sollte ein Touchscreen immer über eine Einpunkt-Erdung verfügen?

Nein. Die optimale Erdung hängt von Frequenz, Gehäuse, Schutzleiter, Funktionsmasse, Kabeln und Host-System ab. Eine universelle Erdungstopologie gibt es nicht.

Kann Firmware alle EMV-Probleme beheben?

Nein. Filterung und Frequenzanpassung können die Störfestigkeit verbessern, ersetzen aber keine geeignete Stromversorgung, Erdung, Schirmung und mechanische Integration.

Welche Norm gilt für die ESD-Prüfung?

IEC 61000-4-2 beschreibt das grundlegende ESD-Prüfverfahren. Prüfpegel und Bewertungskriterien müssen aus der für das Endprodukt relevanten Norm und Einsatzumgebung abgeleitet werden.

Warum tritt die Störung erst nach dem Einbau auf?

Metallrahmen, Dichtung, Glas, Erdung, Netzteil und Kabelposition verändern nach dem Einbau das elektrische Umfeld des PCAP-Sensors. Deshalb muss die finale Gerätekonstruktion getestet werden.

Welche Informationen sind für eine Fehleranalyse erforderlich?

Benötigt werden Fehlerbedingungen, Video, Gerätezeichnung, Netzteil, Erdung, Host-System, Kabel, Störquellen, Touchcontroller und vorhandene Prüf- oder Rohdaten.

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Technische Referenzen

Fehlerdaten und Gerätezeichnung zur Prüfung senden

Wenn der Touchscreen nur mit einem bestimmten Netzteil, beim Start eines Motors, während einer ESD-Prüfung oder nach dem Einbau in das Metallgehäuse fehlerhaft reagiert, senden Sie uns die Reproduktionsbedingungen und die vollständige Gerätezeichnung.

Ever Glory bewertet, ob die Ursache eher im Touchsensor, Controller, Deckglas, Kabel, Netzteil, Gehäuse oder im elektromagnetischen Umfeld des Endgeräts liegt und erstellt darauf basierend einen Muster- und Validierungsplan.

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